Warum Merseburg?

Blogazine zum 1000-jährigen Weihejubliäum des Merseburger Doms

Merseburger Dom & Merseburger Zaubersprüche | © Vereinigte Domstifter, Foto: Falko Matte

Mönch erzählt vom kulturellen Erbe der Ahnen

Die Zaubersprüche schrieb vor mehr als 1.000 Jahren ein Mönch auf. Sie wurden erst 1841 in einer theologischen Sammelschrift des 9. und 10. Jahrhunderts in der Merseburger Domstiftsbibliothek wiederentdeckt. Die zwei Zaubersprüche dienen der Befreiung eines Gefangenen und der Heilung eines verletzten Pferdefußes.

Doch ihr Zauber geht weit über die eigentlichen Beschwörungen hinaus. Durch sie erhalten wir einen unmittelbaren Blick in die Kultur unserer Region vor über 1.000 Jahren, die Rhythmik und die Klangfülle der althochdeutschen Sprache und die Götterwelt der vorchristlichen Zeit. Jakob Grimm wählte die Merseburger Zaubersprüche zum Thema seiner Antrittsvorlesung bei der Berliner Akademie der Wissenschaften und würdigte die überlieferte Handschrift als „Kostbarkeit, [der] keine Bibliothek in Deutschland … etwas zur Seite zu stellen [habe].“

Als einzige in Deutschland erhaltene heidnische Beschwörungsformeln stellen sie einen unersetzlichen Bestandteil des deutschen und internationalen Kulturerbes dar. Im Mai 2021 wurde deshalb auch der Antrag auf Aufnahme in das Weltdokumentenerbe bei der UNESCO eingereicht. Im Original sind sie zu sehen vom 1. bis 31. Oktober 2021.

2.Oktober Sonderführungen – Wahrer Zauber: Die Merseburger Zaubersprüche im Original

10.00, 12.00, 14.00, 16.00, 18.00 und 20.00 Uhr | 60 min | 8,50 € p. P. | Merseburger Dom

3. Oktober Sonderführungen – Wahrer Zauber: Die Merseburger Zaubersprüche im Original

10.00, 12.00, 14.00, 16.00 Uhr | 60 min | 8,50 € p. P. | Merseburger Dom