Warum Merseburg?

Blogazine zum 1000-jährigen Weihejubliäum des Merseburger Doms

Willi Sitte: Raub der Sabinerinnen, 1953, Öl auf Hartfaser, 126,5 x 165 cm, Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders | © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Merseburger Sprüche & Sprünge. Hommage auf den Realismus.

Künstler zur Ausstellung – Künstler zum Realismus

Wolfgang Mattheuer: „Mich interessiert an vielen Mythen, Sagen, Historien, welche Bedeutung sie noch für uns haben, wie sie uns helfen können, Probleme und Konflikte zu lösen, wie sie Träger künstlerischer Ideen sein können für Bilder, die nichts Vergangenes darstellen sollen, sondern sich mit uns und unseren Leben beschäftigen.“

Ulrich Reimkasten: „Die Merseburger Zaubersprüche beabsichtigen mittels Zauberformeln auf gegebene Umstände (gefangener Krieger, verrenkter Pferdefuß) einzuwirken. Vorausgesetzt der realistische Maler beabsichtigt eine analoge Beeinflussung, ist dies den Zaubersprüchen vergleichbar. Die Beziehung zwischen Absicht und Wirklichkeit ist Kern des Realismus-Begriffs und damit ist die Orientierung des Kurators an den Zaubersprüchen mit ihrem eindeutigen Bezug zum Ort der Ausstellung eine realistische Offenbarung. Ort (des überlieferten Textes und der Ausstellung) und Medien (Sprüche und Stil-Sprünge) finden ihre Entsprechungen im Ausstellungstitel.“

Valentin Magaro: „Die Welt inspiriert mich laufend zu neuen Bildschöpfungen. Trotzdem haben Bilder ihre eigene Realität.“

Norbert Wagenbrett: „Die Paradoxie der Realität: Jeder Betrachter sieht das Bild eines Menschen anders und das wiederum in allen kommenden Zeiten. So ist der Ausschnitt der Realität, den ich wähle, ein unendlicher, aber in der Zeit scheinbar fassbar. Und das gelingt aber nur in sehr guten, wesentlichen Bildern, die über die jeweilige Zeit hinausgehen.“

Alex Bär: „Das Sichtbare, Gesehene und dabei Gedachte bleibt Unterpfand meines Schaffens. Erlebbar aber wird der Realismus erst durch die formale Abstraktion.“

Matthias Rataiczyk „Magische Orte faszinieren mich. Es berührt mich, dort Spuren menschlichen Seins zu begegnen, die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alt sind – Spuren die mit mir kommunizieren und mich herausfordern tätig zu werden.“